25. September: Tag der Zahngesundheit 2020 – Mahlzeit – Vorsicht Zucker!

25. September: Tag der Zahngesundheit 2020 – Mahlzeit – Vorsicht Zucker!

Der Pro-Kopf-Verbrauch an Zucker ist in Deutschland doppelt so hoch wie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen.

Das begünstigt nicht nur Erkrankungen wie Übergewicht oder Diabetes, sondern fördert auch die Entstehung von Karies. Beim diesjährigen Tag der Zahngesundheit geht es daher um unsere Ernährung.

„Etwa 35 Kilogramm Haushaltszucker verzehrt jeder Deutsche durchschnittlich pro Jahr“, erläutert Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter der Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke und Vorsitzender der Aktion Zahnfreundlich e. V. „Hinzu kommen zahlreiche Zuckerarten, die häufig in industriell gefertigten Lebensmitteln enthalten sind.“ Zuckerhaltige Lebensmittel begünstigen die Entstehung von Karies, denn Zucker dient Kariesbakterien als Nahrung. Sie bauen ihn zu Säuren ab, die dem Zahnschmelz Mineralien entziehen. Letztendlich entsteht Karies. Also aufgepasst!

Die Zutatenliste – ein genauer Blick lohnt

Wird hier Zucker genannt, ist der normale Haushaltszucker (Saccharose) gemeint. Doch Vorsicht: Auch hinter Begriffen wie Süßmolkenpulver, Glukose-Fruktose-Sirup und vielen anderen Bezeichnungen verbirgt sich zahnschädigender Zucker. Insgesamt gibt es etwa 70 weitere Bezeichnungen für süßende Zutaten und/oder für Zutaten, die dem Zuckergehalt hinzugerechnet werden müssen. Auch vermeintlich gesunde Süßmacher wie Honig oder brauner Zucker fördern Karies in gleichem Maße wie herkömmlicher Haushaltszucker.

Die Nährwerttabelle – kann Werbeaussagen entlarven

Für die Begriffe „zuckerarm“, „zuckerfrei“ und „zuckerreduziert“ gelten gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte. Die Aussage „ohne Zuckerzusatz“ heißt hingegen nicht, dass kein Zucker enthalten ist. Denn die Zutaten können von Natur aus Zucker beinhalten. Slogans wie „natursüß“, „weniger süß“ oder „ohne Zusatz von Süßungsmitteln“ sind gesetzlich nicht geschützt und der Zuckergehalt ist somit nicht klar geregelt. Produkte „mit Traubenzucker“ können durch die geringere Süßkraft von Traubenzucker sogar mehr Zucker enthalten. Fettreduzierte Produkte haben für den Geschmack häufig einen höheren Zuckeranteil. Entscheidend ist letztendlich der Gesamtzuckergehalt eines Lebensmittels. Er muss pro 100 g bzw. 100 ml in der Nährwerttabelle angegebenen sein.

Tipps für Ihre Ernährungsberatung zur zahngesunden Ernährung

Essen und Trinken kann mit dem richtigen Speiseplan helfen, Zähne und Mund gesund zu halten. Grundsätzlich gilt: weniger Zucker gleich weniger Karies. Doch auch Saures schadet den Zähnen. Die nachfolgenden Tipps sollen Sie bei der Ernährungsberatung unterstützen und Ihnen helfen, dass für Ihre Patienten jeder Tag ein Tag der Zahngesundheit wird!

  • Reinigen Sie Ihre Zähne zweimal täglich. Ein zuckerfreies Kaugummi kann zwischendurch helfen.
  • Greifen Sie als Durstlöscher zu Wasser. Zucker- und/oder säurehaltige Getränke wie Limonade oder Fruchtsaft meiden oder nur zu den Hauptmahlzeiten trinken. Zahnschädigende Säuren und Zucker wirken sonst über Stunden auf die Zähne ein. Auch Light-Varianten der Getränke weisen viel Säure auf. Tipp: Mit einem Schluck Wasser nachspülen.
  • Reduzieren Sie den Zuckergehalt Ihrer Nahrung. Wählen Sie zahngesunde Produkte, die mit dem Siegel Zahnmännchen gekennzeichnet sind.
  • Verzehren Sie zuckerhaltige Lebensmittel nicht über den ganzen Tag verteilt. Ansonsten werden Kariesbakterien stetig mit Nahrung versorgt.
  • Achtung: Auch herzhafte Lebensmittel wie Wurst und Gewürzgurken oder Ketchup enthalten Zucker! Kleben zuckerhaltige Knabbereien wie Chips oder Salzstangen förmlich an den Zähnen, schädigt das den Schmelz zusätzlich.
  • Bei verpackten Lebensmitteln geben Zutatenliste und Nährwerttabelle Auskunft über versteckte Zucker. Es lohnt, verschiedene Produkte zu vergleichen.
  • Ernähren Sie sich abwechslungsreich und ausgewogen.
  • Kalziumhaltige Nahrungsmittel wie Milch oder Käse stärken die Zähne. Bevorzugen Sie fettarme Käsesorten.
  • Fluoride (z. B. in fluoridiertem Speisesalz, Fisch oder grünem bzw. schwarzem Tee) stören den Stoffwechsel der Kariesbakterien. Noch wichtiger: Fluorid, z. B. aus Zahnpasta, härtet den Zahnschmelz.
  • Polyphenole aus grünem Tee verhindern zudem Mundgeruch.
  • Vitamin A aus gelben und orangefarbenen Obst- und Gemüsesorten fördert die Gesundheit der Mundschleimhaut und des Zahnfleischs.
  • Vitamin C (z. B. in Zitrusfrüchten, Paprika oder Brokkoli) stärkt das Immunsystem, macht die Zähne fester und unterstützt die Gesundheit des Zahnfleischs.
  • Vitamin D kann durch Sonnenlicht vom Körper selbst gebildet werden. Der Aufenthalt im Freien stärkt Zähne und Knochen.
  • Omega-3-Fettsäuren aus Walnüssen, Lachs, Hering oder Makrele wirken Entzündungen des Zahnfleischs entgegen.
  • Verzehren Sie feste Lebensmittel wie Vollkornbrot, Obst und rohes Gemüse. Durch intensives Kauen entsteht Speichel, der die Zähne reinigt, Säure neutralisiert und den Zahnschmelz wieder mineralisiert.
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