Zimmer

Ausgabe 3/19: Effektivität zweier Handzahnbürsten mit unterschiedlich großen Bürstenköpfen

Ziel der randomisierten klinischen Studie von Stefan Zimmer und Stephanie Pohlmann von der Universität Witten/Herdecke war die Untersuchung der Effektivität von zwei gleichartigen Handzahnbürsten mit unterschiedlich großen Bürstenköpfen. Der Beitrag gibt Antwort darauf, ob das alte Dogma der Empfehlung von Kurzkopfzahnbürsten noch gültig ist.

Quintessenz für das Praxisteam

Die Studie legt nahe, dass die generelle Empfehlung von manuellen Kurzkopfzahnbürsten hinterfragt werden sollte. Sie liefert Hinweise darauf, dass die Qualität der Mundhygiene bei Verwendung einer Zahnbürste mit größerem Bürstenkopf möglicherweise effektiver sein kann.

Zusammenfassung

Ziel der Studie war die Untersuchung der Effektivität von zwei gleichartigen Handzahnbürsten mit unterschiedlich großen Bürstenköpfen in einer randomisierten klinischen Studie nach acht Wochen.

Sechzig gesunde Freiwillige (30 ♀, 30 ♂) nahmen an der untersucherblinden Studie im Parallel-Design teil. Nach einer Screening Untersuchung und Stratifizierung nach Geschlecht und Papillen-Blutungs-Index (PBI) wurden die Teilnehmer randomisiert auf zwei Gruppen verteilt (jeweils n = 30): Gruppe 1 (TePe select, Bürstenkopf 25,8 x 11,6 mm), Gruppe 2 (TePe compact, Bürstenkopf 21,2 x 9,6 mm).

Die Studienteilnehmer wurden angewiesen, zweimal täglich jeweils zwei Minuten mit der zugewiesenen Zahnbürste unter Anwendung der modifizierten Bass-Technik zu putzen. Alle Studienteilnehmer verwendeten die gleiche Zahnpasta (Colgate Total®). Zur Eingangsuntersuchung sowie jeweils nach vier und acht Wochen wurden der Quigley-Hein-Plaque-Index (QHI), der modifizierte Approximalraum-Plaque-Index (mAPI) sowie der PBI erhoben.

Veränderungen zwischen den Untersuchungen zu Beginn und nach vier bzw. acht Wochen wurden als Mediane berechnet. Die Null-Hypothese ging davon aus, dass kein Unterschied zwischen den beiden Gruppen nachweisbar sei. Die schließende Statistik erfolgte mit Mann-Whitney-U-Test.

Zwischen Eingangs-Untersuchung und der Untersuchung nach vier Wochen wurden folgende Veränderungen ermittelt (Mediane, positive Werte = Verbesserungen) (QHI, mAPI, PBI): Gruppe 1: 0,07; 0,09; 0,22; Gruppe 2: 0,18; 0,04; 0,09. Zwischen Eingangs-Untersuchung und der Untersuchung nach acht Wochen wurden folgende Veränderungen gefunden: Gruppe 1: 0,21; -0,05; 0,43; Gruppe 2: 0,13; -0,04; 0,18.

In Bezug auf QHI und mAPI wurden keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gefunden. In Bezug auf den PBI waren die Verbesserungen in Gruppe 1 sowohl nach vier als auch acht Wochen statistisch signifikant größer (p < 0,05). Daher wurde die Null-Hypothese abgelehnt.

Es wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass die Zahnbürste mit dem größeren Bürstenkopf in Bezug auf den PBI der Zahnbürste mit kleinerem Bürstenkopf überlegen ist und dass für die beiden Plaque-Indizes (QHI und mAPI) kein Unterschied besteht. Daher könnte die Empfehlung der Verwendung von Kurzkopfzahnbürsten in Frage gestellt werden.

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