Fissurenversiegelung

Prävention: Karies vorbeugen heißt 
Zahnhartsubstanz schonen

Bei der Prävention von Karies ist es wichtig, die individuelle Situation und Lebensphase der Patienten zu berücksichtigen, um zielgerichtet behandeln zu können.

Eine wirksame Vorbeugung betreibt man in der Regel, indem man Risikofaktoren reduziert, die im Rahmen der Diagnose identifiziert wurden. Dabei existieren bei spezifischen Patienten- und Altersgruppen verschiedene Ausgangsbedingungen, die in den Behandlungsstrategien Berücksichtigung finden sollten. Im Folgenden wird beispielhaft auf die Prävention bei Kindern und Senioren eingegangen.

 

Prävention in der Kinderzahnheilkunde

Gerade bei Kindern ist es unabdingbar, die kleinen Patienten sowie deren Bezugspersonen aufzuklären, zu motivieren und zu einer besseren Mundhygiene zu „trainieren“, um eine wirkungsvolle Prävention zu erzielen. Denn letztlich können nur die Patienten selbst ihre Mundhygiene-Gewohnheiten anpassen und zum Beispiel durch ein optimiertes Putz-Verhalten zu einer wirksamen Prävention vor Karies beitragen.

Ein wirksames Mittel, das bei der Vorbeugung von Karies zum Einsatz kommt, ist die Zufuhr von Fluorid. Mit dessen Hilfe wird die Zahnoberfläche widerstandsfähiger gegenüber Säureangriffen, und die Remineralisation wird unterstützt. Durch den Einsatz rezeptfreier fluoridhaltiger Präparate wie Zahnpasten und bei hohem Kariesrisiko auch Spülungen (letztere erst, sobald Kinder in der Lage sind auszuspucken) können kariostatische Wirkungen erzielt werden. Bei Kindern mit hohem Kariesrisiko kann zusätzlich ein professionell appliziertes Fluorid, zum Beispiel ein Fluoridlack wie MI Varnish (GC), zum Einsatz kommen.

Bei Kindern mit kürzlich durchgebrochenen bleibenden Molaren steht das Risiko einer okklusalen kariösen Läsion im Bereich der Fissur im Fokus der Behandlung. Versiegelte Grübchen und Fissuren weisen dagegen ein deutlich reduziertes Kariesrisiko im Vergleich zu Oberflächen auf, die weder versiegelt noch mit Fluoridlacken versehen sind [1]. Ein Material für eine solche Fissurenversiegelung finden Anwender zum Beispiel in Fuji Triage (GC).

 

Konzepte für Senioren

Auch im fortgeschrittenen Lebensalter ist die Kariesprävention bedeutsam. Eine entsprechende Aufklärung, in der den Patienten aufgezeigt wird, wie sie ihre Mundhygiene etwa durch Benutzung von Interdentalbürs­ten verbessern können, bildet die Grundlage einer wirksamen Vorbeugung. Hierzu gehört nach einer entsprechenden Risikobewertung aber auch, auf eventuelle Schwachstellen bei der Ernährung hinzuweisen (zum Beispiel übermäßiger Konsum kohlenhydratreicher oder zuckerhaltiger Speisen). Bei stark kariesgefährdeten Patienten können zudem Fluorid-Präparate Schutz bieten.

Zahnschutzcremes mit dem Wirkstoff CPP-ACP (zum Beispiel MI Paste Plus, GC) können zusätzlich täglich nach dem Putzen mit einer fluoridierten Zahncreme angewandt werden. Einen weiterer Baustein zum Erhalt einer gesunden Mundflora sind außerdem Chlorhexidin-haltige Präparate, die über einen begrenzten Zeitraum eingesetzt werden können.

Ein Leiden, von dem ältere Patienten häufig betroffen sind, ist Mundtrockenheit, zum Beispiel aufgrund regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder während und nach Bestrahlungstherapien. Fehlt der Speichel als Säurepuffer, kann dies die Bildung einer Karies begünstigen. In solchen Fällen können daher unterstützend Präparate zum Einsatz kommen, die den Speichelfluss wieder anregen (zum Beispiel Dry Mouth Gel, GC).

Fazit: Eine minimal-invasive Therapie beginnt nicht erst bei der eigentlichen Restauration. Einer adäquaten Diagnose und dem Ergreifen von geeigneten präventiven Maßnahmen kommt eine Schlüsselrolle zu, um Karies gar nicht erst entstehen zu lassen und so die gesunde Zahnhartsubstanz möglichst lange zu erhalten. Im Bereich der Prävention kann eine Vielzahl von Maßnahmen ergriffen werden. Zu beachten sind hierbei die jeweils individuelle Situation und Lebensphase der Patienten. Der Zahnarzt kann auf ein großes präventives Rüstzeug zurückgreifen wie beispielsweise Fluorid- und/oder CPPACP-haltige Präparate, Versiegelungslacke oder Gels zum Befeuchten des Mundraums. So kann er individuell die passende Behandlung vornehmen. Dennoch lässt sich Karies nicht immer verhindern.
 

Literatur

[1] Wright JT, Crall JJ, Fontana M et al. Evidence-base clinical practice guideline for the use of pit-and-fissure sealants: A report of the American Dental Association and the American Academy of Pediatric Dentistry. J Am Dent Assoc. 2016 (a); 147:672-82.

Foto: Dr. M. Blique, Frankreich