Senioren_Zahnpflege

Weniger Schmerz und klinische Stabilisierung

Mundhygiene: Einsatz von Zahnpasta 
in der Seniorenzahnmedizin

Ältere Menschen sind in der Mund- und Zahngesundheit eine besondere Risikogruppe. Sie leiden überdurchschnittlich häufig unter freiliegenden Zahnhälsen, etwa aufgrund einer parodontalen Erkrankung, und haben ein erhöhtes Kariesrisiko. Die sorgfältige häusliche Mundhygiene fällt ihnen oft schwer. Für Senioren empfehlen sich daher Produkte mit einer erhöhten Fluoridkonzentration wie Duraphat Fluorid 5 mg/g Zahnpaste. Bei einem männlichen Parodontitis-Patien­ten, 72 Jahre alt, konnten wir durch die Anwendung der Zahnpasta spürbare Verbesserungen bei der Schmerzempfindlichkeit der freiliegenden Zahnhälse wie auch bei bestehenden kariösen Läsionen erzielen. Die Zahncreme wurde sowohl im Rahmen der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) in der Praxis als auch vom Pa­tienten selbst für die häusliche Mundhygiene genutzt.

 

Ausgangssituation mit ausgeprägten Zahnhalsdefekten

Der Patient war vor der Behandlung bereits seit vielen Jahren parodontal erkrankt. Aufgrund der Einnahme verschiedener Medikamente litt er zudem unter Mund­tro­ckenheit, sodass der Speichel seine wichtige Funktion als schüt­zen­der Puffer für den Zahnschmelz nur ungenügend erfüllen konnte. Der Patient wies ausgeprägte Zahnhalsdefekte mit ­Rezessionen auf und reagierte nach der Parodontalbehandlung schmerz­emp­findlich auf Heißes, Kaltes oder Süßes. Zudem zeigten sich mehrere kariöse Läsionen.

 

 

Status eine Woche nach UPT

Status eine Woche nach UPT   

 

 

Verzahnung von professioneller Therapie und häuslichen Maßnahmen

Unsere Therapie in der Praxis sieht eine dreimal jährliche UPT vor, bei der regelmäßig im Bereich der freiliegenden Zahnhälse mit Duraphat Fluorid 5 mg/g Zahnpaste eingebürstet wird. In unserer Mundhygieneinstruktion empfahlen wir dem Patienten, eine Zahnbürste mit weichem Borstenfeld oder alternativ eine elektri­sche Zahnbürste mit Drucksensor zu nutzen, um zu stark abrasives Putzen zu verhindern. In der Ernährung sollte der Patient auf möglichst weiche und cremige Kost achten und die Trinkmenge erhöhen, um die Schleimhäute regelmäßig zu befeuchten. Zur Verringerung der Mundtrockenheit eignen sich auch speichelanregen­de Nahrungsergänzungsmittel oder saure, zuckerfreie Bonbons.

 

Spürbare Besserung bereits nach kurzer Zeit

Bereits eine Woche nach der ers­ten UPT und der häuslichen Anwendung der empfohlenen Zahnpasta berichtete der Patient von einer deutlichen Linderung der Schmerzempfindlichkeit bei Heißem, Kaltem oder Süßem. Klinisch war eine Stabilisierung der kariösen Läsionen sichtbar. Angesichts der generell schwierigen Mundhygienesituation bei Senioren sowie ihrem höheren Risiko für freiliegende Zahnhälse und Karies kann eine Zahncreme mit erhöhter Fluoridkonzentration wie Duraphat Fluorid 5 mg/g als Mittel der Wahl in der Seniorenzahnmedizin gelten.

Text & Fotos: Dr. Dirk Bleiel, Rheinbreitbach