In aller Munde – das Orale in Kunst und Kultur

Eine Schau im Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert zum Thema Mund faszinierende Kunstwerke.

Titelbild: Installationsansicht In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman Im Hintergrund: Piotr Uklański, Untitled (Open Wide), 2012 © Piotr Uklański, Courtesy der Künstler und Gagosian. Vorne: Tony Cragg, Complete Omnivore (Detail), Courtesy der Künstler © VG Bild-Kunst, Bonn 2021 Foto: Marek Kruszewski

Es ist die umfassendste Themenausstellung zu Kunst und Kultur rund um das Orale, die es jemals in Deutschland gab – die große Schau „In aller Munde“ – Von Pieter Breugel bis Cindy Sherman. Mit Werken von Albrecht Dürer, Pablo Picasso, Louise Bourgeois, Marina Abramović und Andy Warhol.

Wie alle Museen in Deutschland musste auch das Kunstmuseum Wolfsburg nach dem Eröffnungswochenende am 31. Oktober schließen. Nach rund vier Monaten ist die Ausstellung nun seit dem 09. März wieder zugänglich und wurde bis zum 06. Juni verlängert.

Nicht erwartete Aktualität

Als Schauplatz des hochinfektiösen Desasters erlebt der Mund- und Rachenraum gegenwärtig weltweit größte Aufmerksamkeit, bietet er doch mit seiner Schleimhaut das ideale Substrat für Überlebens- und Verbreitungsmöglichkeiten des Coronavirus – eine Aktualität, die man im Zuge der Ausstellungsvorbereitung nicht erwartet hatte. Der Mundraum ist damit ins Zentrum gesellschaftlicher, politischer und medialer Debatten gerückt.

Emotionale Bandbreite

Mit Lippen, Zunge und Zähnen ist der Mund in Gänze eine äußerst reizvolle Körperzone: Sprache, Schmerz und Schrei, Essen, Schlingen, Speien und Spucken, Lust und Leidenschaft. Diese emotionale Bandbreite von Ekel bis Empathie erfahren die Besucher*innen des Kunstmuseum Wolfsburg auf dem abwechslungsreichen Themenparcours.

Zwölf Ausstellungskapitel

In der 2.250 Quadratmeter großen Ausstellungshalle des Kunstmuseum Wolfsburg bieten in einer eigens konzipierten Architektur, die einen abstrahierten Mundraum darstellt, Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Videos und kulturgeschichtliche Objekte einen beeindruckenden Überblick über das Spektrum an Visualisierungen rund um das Orale.

Insgesamt gliedert sich die Ausstellung in 12 Kapitel: Expeditionen in den Weltinnenraum; Rund um den Mund; Zähne zeigen; Zahnschmerz & Kommerz; Zahn & Zierde; Auf der Zunge; Lecken & Schmecken; Schlund & Schlingen; Kuss & Vampirismus; Schreien & Speien; Luft & Laute sowie Zahn der Zeit.

Faszinierende Kunstwerke

Vom ältesten Exponat der Schau, einer rund 2.600 Jahre alten altägyptischen Bronzefigur, welche die stillende Göttin Isis mit Harpokrates darstellt, über einen der berühmten Charakterköpfe von Franz Xaver Messerschmidt bis hin zu aktuellen Werken wie den Scream-Arbeiten von Christian Marclay, der skurrilen Zahnlandschaft von Mithu Sen oder einer ortsspezifischen Installation von Benjamin Houlihan, bei der er mit seiner Zunge Temperafarbe auf eine Wand leckt – die Schau im Kunstmuseum Wolfsburg präsentiert zum Thema Mund faszinierende Kunstwerke aus einer Reihe der bedeutendsten Museen.

Öffnungszeiten/Anmeldungen

Dienstag bis Sonntag 11:00 bis 18:00 Uhr
Für einen Besuch ist es notwendig, ein Zeitfenster zu buchen.
Alle Einzelheiten unter: https://www.kunstmuseum-wolfsburg.de/

Komm Mit! Online-Führung live in der Ausstellung
Anmeldung über: https://shop.kunstmuseum.de/

Kunstmuseum Wolfsburg
Hollerplatz 1
38440 Wolfsburg
Tel.: +49 (0) 5361-2669-69
info@kunstmuseum.de
www.kunstmuseum-wolfsburg.de