Interdentalraumhygiene von Jung bis Alt: Welche Hilfsmittel für wen?

Interdentalraumhygiene von Jung bis Alt: Welche Hilfsmittel für wen?

Interdentalraumhygiene von Jung bis Alt

Zusammenfassung

Die Interdentalraumhygiene ist ein essenzieller Bestandteil der Prävention oraler Erkrankungen, da der Interdentalraum mit herkömmlichen Zahnbürsten nur unzureichend gereinigt wird. Die Vermeidung einer Dysbiose im Biofilm steht im Fokus. Epidemiologische Studien zeigen, dass Anwender von Hilfsmitteln zur Interdentalraumhygiene ein signifikant geringeres Risiko für Karies und Parodontalerkrankungen haben, was die Relevanz dieser Maßnahmen betont. Interdentalraumbürsten gelten bei Jugendlichen und Erwachsenen als Mittel der Wahl, während Zahnseide bei engen Approximalkontakten eine Alternative darstellt. Die Evidenz zu weiteren Hilfsmitteln ist bisher gering, allerdings könnten Mundduschen bei eingeschränkter Mitarbeit nützlich sein, etwa bei Jugendlichen mit Multibracketapparaturen. Gummierte Sticks bieten bei jungen Erwachsenen mit gesundem Parodont ebenfalls eine neue Option. Bei Kindern sollten interdentalhygienische Maßnahmen frühzeitig eingeführt werden, wobei der Fokus auf dem Erlernen von Routinen liegt. Solange interdentale Lücken im Milchgebiss bestehen, ist eine spezifische Interdentalraumhygiene meist nicht notwendig. Für Senioren stellen motorische Einschränkungen und Risikofaktoren wie reduzierter Speichelfluss und Wurzelkaries zusätzliche Herausforderungen dar. Pflegepersonal und Angehörige sollten in die Mundhygieneinstruktionen eingebunden werden, um eine effektive Interdentalraumhygiene sicherzustellen. Die seit 2018 eingeführten präventiven Leistungen im BEMA bieten hier wichtige Unterstützung.

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