Ausgabe 02/18: Fissuren- und Grübchenversiegelung und Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie

Lesen Sie unsere fachlich fundierten Artikel zur zahnmedizinischen Forschung in der aktuellen Ausgabe unseres Printmagazins!

Autoren: Jan Kühnisch, Roswitha Heinrich-Weltzien, Reinhard Hickel

Fissuren- und Grübchenversiegelung – sicher und effektiv

Quintessenz für das Praxisteam

Zur Prävention der Fissuren- und Grübchenkaries stellt der Verschluss dieser Kariesprädilektionsstellen mit dünnfließenden Versiegelungsmaterialien eine Möglichkeit dar, um einer Kariesinitiation bzw. -progression wirksam vorzubeugen. Ziel des vorliegenden Beitrages ist es, das kariespräventive Potenzial sowie die aktuellen, leitlinienbasierten Empfehlungen für die klinische Durchführung der Fissuren-und Grübchenversiegelung darzustellen.

Zusammenfassung

Karies gehört nach wie vor zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung. Im Kindes- und Jugendalter konzentriert sich der Kariesbefall auf die bleibenden Molaren bzw. deren Fissuren und Grübchen. Damit wird deutlich, dass diese Zahngruppe die Zahnflächen mit der höchsten Kariesgefährdung in dieser Lebensphase aufweist. Da die Fissuren- und Grübchenversiegelung auf die Verhinderung einer Kariesinitiation abzielt bzw. die Arretierung kariöser Frühstadien ermöglicht, war es Ziel der vorliegenden Arbeit, diese Präventionsmaßnahme einer evidenzbasierten Bewertung zu unterziehen. Im Ergebnis werden die Kernaussagen aus der jüngst überarbeiteten Leitlinie „Fissuren- und Grübchenversiegelung“ vorgestellt.

Summary

Caries remains prevalent also in populations from industrialized nations. In addition, the caries burden is predominately concentrated on the pits and fissures in permanent molars especially in children and adolescents. This fact illustrates the importance of reliable preventive measures on these caries-susceptible sites. Here, the pit and fissure sealing is the method of choice to prevent or arrest (non-cavitated) caries lesions. Following the aim to describe caries-preventive effects and relevant clinical work steps, this paper summarizes the consensus statements from the German evidence-based guideline on “Pit and fissure sealing”.

Autor: A. Rainer Jordan

Die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V)

Quintessenz für das Praxisteam

Der Zustand der Mundgesundheit hat sich in allen Altersgruppen deutlich verbessert. Der weitere Ausbau einer präventionsorientierten zahnmedizinischen Gesundheitsversorgung wird die Krankheitslasten weiter ins höhere Lebensalter verschieben. Schwerpunkte der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland werden in Zukunft ältere Menschen und Menschen mit Handicap sein.

Zusammenfassung

In dieser bevölkerungsrepräsentativen, sozialepidemiologischen Querschnittsstudie wurden in vier Altersgruppen die wichtigsten mundgesundheitlichen und versorgungsepidemiologischen Kennziffern dokumentiert und diese in relevante soziodemografische und verhaltensbezogene Zusammenhänge gesetzt.

Es lässt sich in Deutschland ein deutlich positiver Trend sowohl im Hinblick auf die Karies- als auch auf die Parodontitiserfahrung erkennen, der in diesem quantitativen Ausmaß bemerkenswert erscheint. Dieser positive Trend zieht sich durch alle Altersgruppen und alle Sozialschichten der Gesellschaft. Diese Entwicklung scheint ein deutliches Indiz dafür zu sein, dass durch präventive Erfolge die Auftrittswahrscheinlichkeit von (oralen) Erkrankungen in höhere Altersphasen verschoben werden kann und sich die Krankheitslast folglich in höherem Alter verdichtet. So zeigt beispielsweise das orale Morbiditätsprofil der älteren Senioren in der DMS V eine fast identische Prävalenzstruktur im Hinblick auf die Karies und die Parodontitis, wie sie vor knapp 10 Jahren noch für die jüngeren Senioren dokumentiert werden konnte.

Summary​​​​​​​

DMS V is a cross-sectional socio-epidemiological study with a study population representative of the population as a whole. It collects key oral health and dental care indicators across four age cohorts and places this data in relevant sociodemographic and behavioral context.

Overall, there is currently a clear positive trend in oral health in Germany in terms both of caries and periodontitis, which is remarkable in its extent. Interestingly, this positive trend is observed in all age cohorts and across all social strata. All in all, these changes in the prevalence of the two main dental diseases provide clear evidence on the concept of compression of morbidity, which essentially states that successful preventive measures can shift the age of occurrence of (oral) illness upwards and consequently concentrate the burden of illness at a more advanced age. Thus, for example, the prevalence of caries and periodontal disease in the older elderly in DMS V is almost identical to that recorded for the younger elderly less than 10 years ago.

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